Der Norden Fuerteventuras besitzt eine grosse Zahl von sehenswerten Plätzen, u.a. Orte von archäologischem interesse, natürliche Lebensräume von grosser Schönheit und Weite, Monumente zu Ehren von Miguel de Unamuno und den Fischern und ihren Familien, zivil, militärische und religiöse Architektur, die Teil der Geschichte La Olivas darstellen.


Von archäologischem Interesse

Die Gemeinde stellt in archäologischer Hinsicht eine der interessantesten Zonen des gesamten Inselgebietes von Fuerteventura dar. So gibt es die Felszeichnungen auf dem Vulkan Montaña de Tindaya, Siedlungen mit verbliebenen Ruinen, Wohnhöhlen, Grabhöhlen und Reste von Muschelhaufen.

Von unschätzbarem Wert und somit besonders erwähnenswert sind die Bauten in dem Dorf von Tinojay, das am mittleren Hang der gleichnamigen Schlucht gelegen ist. In der bedeutenden Wohnhöhle der Ebene Llano de Villaverde wurden Reste von Utensilien der Urbevölkerung wie Keramik und Weichtierschalen entdeckt, die heute verschwunden sind. Am selben Ort fand man umfangreiches paläontologisches Material. In Höhlen eingerichtete Begräbnisstätten der Ureinwohner entdeckte man in der Cueva de Esquinzo, in der Cueva de Guriame, der Cueva Funeraria de Villaverde und der ÍdCueva de Los Ídolos. Weitere Begräbnisstätten liegen an der Südgrenze des Lavafeldes von La Arena, wo außerdem Haushaltsutensilien aus Keramik, andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus Stein und Knochen und, was besonders interessant ist, fünf aus Knochen und Stein gefertigte Figuren, sogenannte Idole, gefunden wurden.


Natürliche Lebensräume

Naturschutzgebiete machen 14,2 % der Gemeindefläche aus. Von diesen sind besonders erwähnenswert der Parque Natural de Corralejo und die als Islote de Lobos bekannte kleine Insel nordöstlich von Fuerteventura.

Das Naturschutzgebiet von Corralejo schließt eine weitläufige Dünenlandschaft ein, Lavafelder sowie den Vulkankegel Montaña Roja. Das Gebiet stellt einen bedeutenden Sabulicola-Lebensraum dar und beherbergt Pflanzen wie das Desfontaines-Jochblatt (Zygophyllum fontanesii), die Salzmelde (Suaeda vera) und den robusten Dünenstrauch Balancón (Traganum moquinii). Hier findet sich auch die inselweit größte Vogelpopulation der kanarischen Kragentrappe (Clamydotis undulata macqueenii). Auf Lobos konnte man lange Zeit bedeutende Kolonien von Mönchsrobben beobachten. Heute sind sie dort nicht mehr angesiedelt.

Zurzeit teilen sich diesen Lebensraum noch 130 andere Tier- und Pflanzenarten.

Das Naturdenkmal Malpaís de la Arena entstand vor etwa 10.000 Jahren in Folge von Vulkanausbrüchen. So wurde eine Landschaft von außerordentlicher Schönheit und Gestalt geschaffen, die im Laufe der Jahre nur unwesentlich vom Menschen verändert wurde.

Dies ist vielleicht auch der Grund, warum auf diesem Lavafeld die größten Populationen des Schwarzkehlchens (Saxicolas torquata) anzutreffen sind, sowie auch die hier Tabaibas genannten Wolfsmilchgewächse (Euphorbias regis-jubae), das Saharapflanzen-Buschwerk, auf Spanisch Aulagas (Launaeas arborescens), das sukkulente Kreuzkraut oder Verode (Senecio kleinia) und Flechten.

Besondere Erwähnung verdient aufgrund seiner einzigartigen Schönheit der kreisrunde Vulkan Calderón Hondo, dessen Krater eine Tiefe von 70 Metern aufweist. Er liegt in dem als Mascona bekannten Gebiet, östlich von Lajares. Von hier hat man einen Ausblick auf weitere, weiter in Küstennähe liegende Vulkane wie Montaña Lomo Blanco, Montaña la Raya und Montaña la Mancha. An klaren Tagen kann man sogar die Nachbarinsel Lanzarote sichten.

Zurzeit ist aufgrund eine Projekts des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida das Naturdenkmal Montaña de Tindaya sehr bekannt, dessen Ursprung auf den Basalkomplex von Betancuria zurückgeht. Für die Urbevölkerung Fuerteventuras war der Berg von magischer Bedeutung, was die wohl für die Kanarischen Inseln bedeutendste Felszeichnung von Fußformen in Gipfelhöhe belegt. Hier sind drei verschiedene Schutzgebiete zu unterscheiden: natürliche Lebensräume, archäologische Fundstätten und Zonen von geologischem Wert.

Das Landschaftsschutzgebiet Vallebrón zeichnet sich durch einen langgezogenen Bergrücken mit einem messerartigen Relief aus. Seitlich begrenzen ihn zwei große Schluchten, sogenannte Barrancos, in U-Form. Die Montaña de la Muda, östlichster Gipfel des Bergrückens, ist aufgrund einer Begräbnisstätte mit besonders eigentümlichen Eigenschaften und von besonderem kulturhistorischen Interesse.


Denkmäler

Von besonderer Bedeutung ist das Denkmal für Miguel de Unamuno am Fuße der Montaña Quemada in Tindaya. Es handelt sich um eine von dem Bildhauer Juan Borges angefertigte Statue dieses Intellektuellen, die an anhand einer Skizze des Malers Juan Ismael anfertigte. Unamuno sagte über diesen Ort: „Sähe ich mein Ende nahen und könnte nicht in meinem eigenen Lande sterben … oh mein Salamanca … so verbrächte ich meine letzten Tage dort und würde anordnen, mich hoch oben auf der Montaña Quemada zu beerdigen ….“


Architektur öffentlicher Bauwerke

In La Oliva treffen wir auf öffentliche Bauwerke, die sich von denen der restlichen Insel abheben und lediglich mit Gebäuden des vorherigen Verwaltungszentrums Betancuria zu vergleichen sind.

Gebäude wie das Casa de Manrique de Lara oder Casa del Inglés und andere, die sich durch ihre „herrschaftliche“ Bauweise auszeichnen, geben Aufschluss über den Reichtum der Gegend im 18. und 19. Jahrhundert.

Das öffentliche Bauwerk der Gemeinde schlechthin – vielleicht sogar der ganzen Insel – stellt das als Casa de los Coroneles bekannte Gebäude dar. Es wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von der Familie Cabrera Béthencourt errichtet. Die wichtigsten Erweiterungen und Renovierungen des Mauerwerks stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Casa de los Coroneles ist das bedeutendste Bauwerk, was die Architektur von Wohnhäusern der Insel betrifft, und stellt zugleich eines der interessantesten der Kanarischen Inseln überhaupt dar. Seine vielseitigen Funktionen für die nähere Umgebung, deren Reichweite sich auch auf die ganze Insel ausweiteten, verwandelten es in ein Machtzentrum für Verwaltung, Militär, Wirtschaft, Gesellschaft usw. Dies spiegelt gleichzeitig den geopolitischen Wandel der Insel wider, der mit dem allmählichen Machtverlust Betancurias und der Stärkung des Zentrums La Oliva einhergeht.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich die Casa de la Capellanía, die auch als Ermita de Puerto Escondido oder Puerto Rico bekannt ist. Das Gebäude oder die Kapelle weist ein interessantes Portal auf, das aus weißem Naturstein der Region gefertigt und mit Pflanzenmotiven verziert wurde.

La Cilla in La Oliva, errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts, befindet sich links der Straße, die nach Lajares führt. Cillas werden die Gebäude genannt, in denen die Kirche die Produkte lagerte, die ihr als Zehnter zustanden. Auch die Erträge aus ihren eigenen Besitztümern wurden hier untergebracht. La Cilla in La Oliva beherbergt heutzutage ein Kornmuseum.

La Casa de la Costilla ist ein weiteres Gebäude aus dem Besitz der Familie Cabrera-Manrique de Lara. Hier waren die Arbeiter oder die Verwalter ihrer Grundbesitze untergebracht.

Die über das gesamte Gemeindegebiet verteilten Windmühlen – hier unterscheidet man zwischen den traditionellen Molinos mit einem hölzernem Mühlwerk und den moderneren Molinas mit einem metallenen Mühlwerk – sowie die Kalköfen sind Spuren einer bereits moderneren Wirtschaftstätigkeit und Lebensart. Erwähnenswert sind die Kalköfen von El Cotillo, deren Produktion größtenteils exportiert wurde. Weitere kann man in Villaverde, El Roque und La Oliva finden.


Architektur kirchlicher Bauwerke

In La Oliva ist die der Schutzheiligen Nuestra Señora de Candelaria gewidmete Kirche von besonderer Bedeutung. Sie verfügt über drei Schiffe mit den dazugehörigen Kapellen. Das Mittelschiff tragen Halbbögen auf toskanischen Säulen quadratischen Querschnitts. Dieses populäre Bauwerk im Mudejarstil aus dem auslaufenden 17. Jahrhundert weist eigentümliche Formen der Region und im Stützwerk sowie am Portal Stile der Renaissance auf. Das Portal ist von schlichtem klassischen Stil und geht auf die Anfänge des 18. Jahrhunderts zurück. Der aus dunklem Naturstein errichtete Glockenturm diente gleichzeitig auch als Wacht- und Aussichtsturm. Als Residenz der Coroneles wurde es schließlich zum zweitbedeutendsten Kirchenhaus der Insel.

Die als Ermita de Nuestra Señora del Buen Viaje bekannte Kapelle in El Tostón oder El Cotillo wurde im letzten Abschnitt des 17. Jahrhunderts von Sebastián Trujillo Ruíz, Kapitän und Hauptmann der Insel, gegründet. Die ersten Feierlichkeiten fanden am 21. November 1860 statt.

Der Großteil der Kapellen, die wir auf Fuerteventura besichtigen können, wurde während des 18. Jahrhunderts meist von mehreren bedeutenden Familien erbaut. Aus dem 18. Jahrhundert datieren die Ermita de Villaverde, Tindaya, Vallebrón und wahrscheinlich auch die ersten Bauabschnitte der Ermita de la Caldereta. Späterer Errichtung ist die Ermita de San Antonio in Lajares.


Architektur militärischer Anlagen

Von besonderer Bedeutung ist hier der Turm von Tostón, der unter dem Namen Torre de Nuestra Señora del Pilar y San Miguel bekannt ist. Seine Bauart wird wegen der kreisrunden Form als „Quesera“-Typ, wörtlich also Käseformtyp, bezeichnet. Seine wichtigste Funktion galt dem Schutz der kleinen Strände vor Piratenangriffen, die damals sehr häufig waren. Zu diesem Zweck war der Turm mit einfachen Geschützen ausgestattet. Das Bauwerk, das mit Stein aus einem in der Nähe der Kapelle von El Cotillo gelegenen Steinbruch errichtet wurde, datiert aus dem 17. Jahrhundert und wurde im Jahre 1949 zum Historischen Denkmal von kulturellem Interesse erklärt.




Ideas for the journey

Spuren der Legende

Exzellenter Wanderführer durch La Oliva. Vulkane, Strände , Geschichte und mehr.

- Mehr lesen -



The weather in La Oliva